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Tod eines Versicherungsmaklers – Lebenswerk adé?

Was passiert mit dem aufgebauten Unternehmen, dem Kunden- und Vertragsbestand, dem Lebenswerk, wenn der Versicherungsmakler verstirbt? Welche Maßnahmen frühzeitig getroffen werden sollten.

Gastbeitrag von Clemens M. Christmann, CMC Personal- und Unternehmensberatung

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In den Courtagevereinbarungen gibt es unterschiedliche Regelungen zur Vertragsbeendigung. Die häufigste Regelung ist, dass der Wegfall der Gewerbeerlaubnis den Produktpartner zu einer fristlosen Beendigung der Courtagevereinbarung berechtigt.

In der letzten Zeit häufen sich Informationen darüber, was passiert, wenn der Erlaubnisinhaber geschäftsunfähig wird oder verstirbt. Ein Fall aus der täglichen Praxis zeigt, was tatsächlich geschieht und welche Möglichkeiten bestehen.

Im Juli 2012 wird der Versicherungsmakler tot in seinem Haus aufgefunden. Er war Einzelmakler und nicht “eingetragener Kaufmann” (e.K.) oder der Geschäftsführer einer juristischen Person.

Die Erben schlagen das Erbe aus. Das Amtsgericht als Nachlassgericht bestellt einen Rechtsanwalt aus seinem Zuständigkeitsgebiet als Nachlasspfleger.

Personenbezogene Gewerbeerlaubnis erlischt mit dem Tod

Bei einem Nachlasspfleger handelt es sich um eine fast ehrenamtliche Tätigkeit. In diesem Fall erhält der Rechtsanwalt 34 Euro pro Stunde um den Nachlass abzuwickeln.

Die Produktpartner (Banken, Bausparkassen, Versicherungen) prüfen in regelmäßigen Abständen das Vermittlerregister. Mit dem Tod erlischt die personenbezogene Gewerbeerlaubnis nach Paragraf 34d der Gewerbeordnung.

Ohne Gewerbeerlaubnis darf keine Kundenberatung und -betreuung mehr vorgenommen werden, da die erforderliche Sachkunde fehlt. Dieses bedeutet, dass auch bei allen Personen- oder juristischen Gesellschaften mit dem Ausfall des Erlaubnisinhabers alles auf dem Spiel steht, egal ob sie Einzelmakler, Makler in einer Personengesellschaft oder Makler in einer GmbH oder AG sind.

Fristlose Beendigung der Courtagevereinbarung

In den Courtagevereinbarungen gibt es unterschiedliche Regelungen zur Vertragsbeendigung. Die häufigste Regelung ist, dass der Wegfall der Gewerbeerlaubnis den Produktpartner zu einer fristlosen Beendigung der Courtagevereinbarung berechtigt.

Möglichkeiten nach Paragraf 45 oder Paragraf 46 GewO, wonach Erben einen sachkundigen Stellvertreter mit einer Gewerbeerlaubnis nach Paragraf 34d GewO einsetzen können, werden indes kaum geregelt.

Seite zwei: So reagierten die Produktpartner auf den Todesfall

So reagierten die Produktpartner in unserem Praxisfall:

• Der wesentliche Teil der Produktpartner akzeptierte die eingeleitete Stellvertreterfunktion nach Paragraf 46 GewO und handelte im Sinne der Kunden- und Vertragsbetreuung.

• Einige Produktpartner vertraten anfänglich die Sichtweise, dass weder den Erben noch dem Stellvertreter Courtagen zustehen. Argumentativ wurde die laufende Courtage in eine Tätigkeits- und Betreuungsprovision, wie sie in einer Handelsvertreterorganisation vertraglich fixiert wird, umgedeutet und damit die Nichtzahlung begründet.

• Ein Produktpartner übertrug den Kunden- und Vertragsbestand in den Direktbestand und bot an, dass nach Vorlage eines neuen Maklermandats eine Übertragung erfolgen sollte.

• Ein weiterer Produktpartner bezog sich auf den neuen Code of Conduct, insbesondere Art. 20, und stellte die Datenweitergabe an den Stellvertreter als Straftat dar, welchen er zur Anzeige bringen würde.

• Zwei Produktpartner haben die Courtagevereinbarung widerrufen, obwohl vertragsrechtlich nur eine fristlose Kündigungsmöglichkeit vereinbart war. In einem dieser Fälle wurde mitgeteilt, dass der Kunden- und Vertragsbestand zur Betreuung an die Ausschließlichkeitsorganisation übertragen wurde.

• Nur zwei Versicherer haben eine Meldung an die Auskunftsstelle über den Versicherungsaußendienst (AVAD) abgegeben beziehungsweise übermittelt.

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Versicherungsmaklerregelungen: Checkliste

Der Nachlasspfleger schaltete nach Abstimmung mit dem Nachlassgericht einen Fachanwalt ein.

Wie so häufig treffen in diesem Fall verschiedene juristische Ebenen aufeinander:

• Der Maklervertrag mit der Maklervollmacht zwischen dem Kunden und dem Versicherungsmakler.

• Die Courtagevereinbarung zwischen dem Produktpartner und dem Versicherungsmakler auf der Grundlage der gesetzlichen Anforderungen (Gewerbeerlaubnis, Vermittlerregister, Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung, etc.).

• Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und die abgesprochene Vorgehensweise der betrieblichen Praxis (Code of Conduct) zwischen dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und der Landesdatenschutzbehörde Berlin.

Im Zweifel kommt es auf die Regelungen im Maklervertrag an. Der Maklervertrag nimmt die Wünsche und Zustimmungen des Kunden auf, beachtet das BDSG und regelt den Umgang mit den Daten.

Nach Ausarbeitung einer Bremer Fachkanzlei sollte ein Maklervertrag vollumfänglich mit Allgemeinen Geschäftsbedingungen, Regelungen zum Datenschutz beziehungsweise der Datenweitergabe, einer Vereinbarung zur Kommunikation, der eigentlichen Maklervollmacht mit Sachwaltereigenschaft und dem Recht zur Erteilung von Untervollmachten durch den Versicherungsmakler ausgestattet sein (siehe Checkliste oben).

Autor Clemens M. Christmann ist Geschäftsführer der CMC Personal- und Unternehmensberatung.

Foto: Shutterstock

https://www.cash-online.de/versicherungen/2014/versicherungsmakler-lebenswerk/163952

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8 Digital Strategy Updates That Brands Should Make Right Now

Apr 30, 2020, Sara Bliss
Young woman pushing maroon portal on white sand dunes at desert
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With business moving online overnight, retail locations shuttered, and entire industries on pause due to COVID-19, many companies have had to quickly pivot their marketing and social media in order to move forward, stay in business, and be relevant in a new world. Brands and small businesses that have tried to stay the course without acknowledging the different landscape, are often branded as tone deaf or out of touch by frustrated consumers.

So what do you say to your clients and buyers when the world has radically changed? I spoke to 5 entrepreneurs and business owners large and small in real estate, wellness, furniture, beauty, and fashion. They shared how they’ve updated their businesses, changed their marketing strategies, and reinvented their social feeds to reflect the current moment. Here are eight things you can do right now to refresh your own brand.

Create community

What resonated with buyers a few months ago, may hold little interest now. Entrepreneur Bobbi Brown who founded her wellness brand Evolution_18 and lifestyle website justBobbi after leaving her eponymous makeup line in 2017, believes that brands should focus on building an interactive community. “People are looking for a connection. People are looking for answers and certainly things they can do themselves. I do think it’s an opportunity for all brands to be able to really listen to what people are feeling and what they really want,” says Brown. “The truth is we all want the simple things—not just during this pandemic, but always. We all want to be loved, be safe, we want to be comfortable and we want to take things down a notch and be more real and authentic.”

Brown has been connecting with her audience regularly through her personal Facebook and Instagram live sessions where she talks from her living room couch about positivity and health during the pandemic. “It’s not product focused at all,” says Brown. “It’s about building and strengthening community. I also see it as giving back.” For Brown, doing chats from quarantine also means letting go of high expectations about how her video will look. Explains Brown: “We’re not doing slick videos. My hair is probably a mess in some, which is fine. In the long run it will help the brand because people will see me as normal and not perfect.” That attitude taps into Brown’s belief that more than ever buyers want the brands they interact with to be real.

Share your wisdom and expertise

What do you do when your industry is on hold? With the real estate industry almost completely shut down due to the quarantine, Manhattan-based Corcoran real estate broker Cary Tamura experienced an immediate halt to his business. Posting images of gorgeous apartments that he could no longer show, seemed like an exercise in futility. A flood of calls from panicked buyers and sellers inspired him to start using his social platforms in a new way. “I found myself in constant contact with my clients updating them on what was going on with pricing, mortgages, and what I was hearing about the industry,” says Tamura. “I realized that there were probably a lot of other buyers and sellers out there who would be interested in knowing what I was learning.” Tamura began posting short videos sharing his insights and advice on the real estate market from his living room to Facebook, Instagram, and LinkedIn. “I thought, where do you turn to hear about the real estate market in NYC? Even in my small way, I wanted to provide a channel for that.”

8 Digital Strategy Updates That Brands Should Make Right Now

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Auswirkungen der pandemie – Versicherer erwarten teils deutlich weniger Neugeschäft

Erzwungene Digitalisierung an den Hochschulen. Für die Versicherungswirtschaft sehen hier einer aktuellen Umfrage zufolge viele jedoch eine Chance.© dpa/ picture-alliance/ Thomas Frey

· Von Manila Klafack,  28.04.2020 

Durch die Corona-Pandemie wird sich das Neugeschäft reduzieren, erwarten 84 Prozent der Versicherer laut einer aktuellen Umfrage. Zugleich sehen 93 Prozent auch positive Nebenaspekte in der Krise: Der Vertrieb wird moderner, die Digitalisierung voranschreiten und das Arbeiten insgesamt flexibler.

84 Prozent der Versicherungsunternehmen erwarten einen Rückgang des Neugeschäfts durch die Corona-Krise. 57 Prozent gehen sogar von einem starken Rückgang aus. Insbesondere Lebens- und Kfz-Versicherungen werden nach Ansicht der Branche betroffen sein. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) und der V.E.R.S. Leipzig GmbH hervor.

30 Versicherer hatten demnach auf die „Blitz“-Umfrage reagiert und so ein Stimmungsbild aus der Branche ermöglicht. 96 Prozent der Befragten gehen darin von negativen Auswirklungen auf das Kapitalanlageergebnis aus, 14 Prozent sogar von einer stark negativen Entwicklung, besonders im Bereich der Aktien. Fast die Hälfte (45 Prozent) der Unternehmen will daher ihre Anlagestrategie anpassen und unter anderem den Anteil an Aktien- und Immobilieninvestments reduzieren.

Alle Umfrageteilnehmer sehen in der jetzigen Situation Herausforderungen: 87 Prozent trifft die Corona-Krise nach eigener Einschätzung voll, auf 13 Prozent eher zu. Ein Fünftel (21 Prozent) der Unternehmen erwartet, dass die Branche wegen der Corona-Krise in den kommenden zwei Jahren Personal abbauen wird. Ebenfalls 21 Prozent gehen davon aus, dass sich die Prämien für die Versicherten erhöhen werden.

Zudem verstärke die Corona-Krise die ohnehin deutliche Tendenz zur abnehmenden Zahl anVersicherungsvermittlern (Versicherungsmakler, Ausschließlichkeitsorganisation), wie es weiter heißt.

Schub für die Digitalisierung

Satte 93 Prozent blicken jedoch auch positiv auf die Veränderungen. Von ihnen erwarten fast alle einen Digitalisierungsschub beziehungsweise eine Flexibilisierung der Arbeitsmodelle. 70 Prozent erwarten, dass der Vertrieb modernisiert wird.

„Die Corona-Krise hat Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette der Versicherungsbranche“, sagt Thomas Korte, Leiter des Versicherungsbereiches bei EY in Deutschland. Dabei könnten nur jene Unternehmen gestärkt aus der Krise hervorgehen, „die neben einem effektiven Krisenmanagement auch das Tagesgeschäft und die langfristige Transformation meistern“, so Korte.

Es würden sich bereits Trends abzeichnen, die alle und insbesondere die Versicherer auch nach der Krise beschäftigen werden. Das betreffe beispielsweise die Digitalisierung und die Transformation der Geschäftsmodelle, die deutlich beschleunigt werde. Wer bereits jetzt gute digitale Lösungen habe – insbesondere im direkten Kontakt mit Kunden – und weiter konsequent daran arbeitet, könne sich einen Wettbewerbsvorteil sichern, resümiert Korte.

Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach ihrer Ausbildung zur Redakteurin verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

Versicherer erwarten teils deutlich weniger Neugeschäft – Pfefferminzia.de

Versicherer erwarten teils deutlich weniger Neugeschäft – Pfefferminzia.de

Durch die Corona-Pandemie wird sich das Neugeschäft reduzieren, erwarten 84 Prozent der Versicherer laut einer a…

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How Heineken is reaching new customers through digital

Heineken used its sponsorship of the UEFA Champions League to attract new digital consumers, dispelling the myth that digital only increases sales penetration among loyal customers.

By Molly Fleming, 27 Apr 2020

Heineken is using digital to attract new consumers as it looks to disprove the idea that digital advertising only increases sales penetration among loyal customers.

The brand discovered that many of its consumers watching the UEFA Champions League, which it sponsors, were doing so through digital devices only, meaning they wouldn’t see activations taking place in so-called traditional media. It noted that globally more than eight out of 10 people follow the league using at least one digital channel (for example online live streams or social media), while approximately one in six of them exclusively using digital channels to follow matches.

This has only increased over time; in December 2018, 8% of consumers used only traditional channels to follow the UEFA Champions League, dropping to 3% in June 2019. At the same time, those only watching digital channels rose from 12%to 14% with this two percentage point rise representing 18 million consumers.

Of these customers, Heineken discovered many were ‘light users’ of beer (consumers who buy the brand only occasionally) so were the ideal audience for Heineken to target to increase penetration.

Walter Drenth, who was global CMO for global international brands for craft at Heineken but is currently taking a sabbatical, explains: “What you see is that there is a group of people who only use digital media channels and digital devices exclusively. And if you add those devices and digital media channels you enlarge the total group [you are reaching] who include non-users of the brands.”

Reaching digital-only consumers

To reach this digital audience, in 2018 and 2019 the beer giant ran a direct-to-consumer initiative in Amsterdam called Drinkies. This was an ecommerce channel that enabled cold beer and snacks to be delivered to consumers door within 60 minutes of ordering.

During the UEFA Champions League knock-out stage in spring 2019, sales of Drinkies showed a considerable uplift on match days. This was especially the case when the home team – Ajax – was playing.

Not only did sales increase, but data also showed that the number of new Drinkies customers grew. Comparing sales data with brick and mortar retail sales on the same match days showed an improved uplift for Drinkies sales.

Heineken used this case study to demonstrate that brand communication through UEFA Champions League sponsorship, combined with direct to consumer instant delivery, reached new customers and ultimately to increased overall penetration. It also showed how combining clear marketing with direct-to-consumer initiatives can be.

Drenth explains: “It means we cannot take marketing as only sales or only supply chain. It’s a completely integrated way of working in that sense.”

Heineken made three key findings when combining its research and the Drinkies initiative. Firstly, that digital can lead to reaching new consumers and to building mental availability; secondly, that the number of consumers that exclusively use digital communication devices/channels continues to grow; and lastly that new customers have been reached and increased sales penetration achieved through a direct-to-consumer initiative.

Drenth says that while at Heineken he was aware of the Byron Sharp’s argument that, most of the time, digital commerce leads to reaching loyal customers rather than new consumers. However, he argues that this case study offers a “fresh perspective” proving otherwise.

Despite these findings, he is clear that digital shouldn’t replace traditional channels like TV and instead be integrated as part of an overall strategy.

“It is not about either doing this OR doing that. It is more about AND-AND,” he says.

By applying and integrating digital tools as part of the total mix, Heineken is improving its individualised data-driven marketing (getting the right message, to the right person, at the right moment) and data-driven sales (the right SKUs, of the rights brands, in the right outlet, at the right moment).

An added bonus is this also requires a more integrated way of working between departments, which only helps to improve marketing.

Drenth concludes: “A lot of people talk about ‘what is your digital strategy?’ and that is the wrong question to ask. The question is how can you use digital tools and your digital knowledge to improve your overall company’s performance?”

How Heineken is reaching new customers through digital

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„Versicherungen 2030“ Studie erwartet wegbrechende Neukunden durch Demografie

Lorenz Klein 21.04.2020

Auch in der Versicherungswirtschaft redet im Moment alles über Corona – doch eine aktuelle Studie von Oliver Wyman hat mal den Blick geweitet und die Versicherungswelt im Jahr 2030 skizziert. Demnach droht den Versicherern, Millionen Nachfrager in der Altersvorsorge zu verlieren. Außerdem werden Plattformen à la Amazon zur Selbstverständlichkeit, so die Prognose.

Die Auswirkungen der demographischen Veränderungen auf die Versicherungswirtschaft in Deutschland werden immer noch unterschätzt. So lautet eine wichtige Erkenntnis der Studie „Versicherungen 2030“, die das Beratungsunternehmen Oliver Wyman veröffentlicht hat.

Diese Tatsache überrasche, berichten die Autoren, denn bis 2030 soll es schätzungsweise 4,0 Millionen weniger Bestands- und potenzielle Neukunden im Alter bis zu 60 Jahren geben und zugleich 3,4 Millionen mehr Kunden in der Altersgruppe über 60.

https://www.pfefferminzia.de/versicherungen-2030-studie-erwartet-wegbrechende-neukunden-durch-demografie/

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Bauchlandung für die Beratungsbranche

von Tristan Heming, 20. April 2020

Auch Beratungsunternehmen werden von der Coronakrise hart getroffen. Einzig die Sanierungsberater sehen ihre Auftragslage besser werden.

Bild: imago images

Wenn Mitarbeiter in Kurzarbeit müssen, wird auch auf externes Personal verzichtet. Das bekommt die Beraterbranche nun zu spüren: Das Geschäftsklima der Unternehmensberater erleidet seinen bisher heftigsten Absturz.

Der Absturz der wirtschaftlichen Aussichten in der deutschen Consulting-Branche im ersten Quartal 2020 übertrifft alles bislang Dagewesene. Es war zwar mit einem negativen Trend mitten in der Coronakrise zu rechnen, aber mit 70,4 Punkten liegt der Geschäftsklimaindex auf seinem niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebungen 2006. Außerdem gab es mit minus 29,9 Punkten im Vergleich zu Dezember 2019 (100,3 Punkte) zugleich den heftigsten Rückschlag innerhalb eines Quartals. Der Consulting-Geschäftsklimaindex zeigt die Entwicklung des Beratungsgeschäfts über die vergangenen fünf Jahre und berücksichtigt dabei sowohl die aktuelle Geschäftssituation als auch den Zukunftsausblick der Unternehmen. Der Index wird alle drei Monate vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater e.V. (BDU) durch eine Mitgliederberatung ermittelt.

Der Wert von 70,4 Punkten bedeutet, dass die Einschätzungen zu den geschäftlichen Aussichten der Beratungsunternehmen im Vergleich zu 2015 um fast 30 Prozent schlechter ausfallen. Das entspricht einem Wert von aktuell minus 42 Punkten – und liegt zum ersten Mal überhaupt unter dem Wert für die Gesamtwirtschaft (-23 Punkte), der vom Ifo-Institut erhoben wird.

Kleinere Unternehmensberatungen trifft es besonders hart. Über die Hälfte der Unternehmen unter 50 Millionen Euro Jahresumsatz liegt bereits unter dem Budgetplan für 2020 (55 Prozent). Durch die Größe ihrer Projekte und langfristigere Verträge liegen rund zwei Drittel der Unternehmen über 50 Millionen Euro Umsatz noch im Plan, 59 Prozent bewerten auch den Auftragsbestand als „zufriedenstellend“.

Das Geschäftsklima im ersten Quartal 2020, zusammengesetzt aus Einschätzungen zur aktuellen Situation und dem Ausblick, liegt dagegen mit minus 35 Punkten für die mittelgroßen Beratungsunternehmen zwischen einer und zehn Millionen Euro Jahresumsatz noch am besten. Die Unternehmen unter einer Million Euro Jahresumsatz schätzen ihr Geschäftsklima mit minus 45 Punkten dagegen am schlechtesten ein. Die „Großen“ liegen mit minus 42 Punkten genau im Branchenschnitt.

Massive Einbrüche bei Personalberatungen, Sanierungsberater gewinnen

Auch nach Beratungsfeldern unterscheiden die Werte sich deutlich. Gerade Human-Ressources- (HR-) und Personalberatungen sehen massive Auftragseinbrüche. Hier wird der persönliche Kontakt besonders geschätzt, virtuelle Angebote werden weniger angenommen – und auch der Personalbedarf ist allgemein eher gesunken. Die HR-Beratungen haben daher mit 29 Prozent komplett stornierten Projekten zu kämpfen, im Branchenschnitt sind es nur 13 Prozent. Gewinner sind hier die Sanierungsberater, die 77 Prozent ihrer Projekte ohne größere Einschränkungen weiterführen können und auch bei der Auftragsentwicklung am besten dastehen: 32 Prozent der Sanierungsberater finden jetzt leichter Aufträge als vor der Krise.

Nach Branchen, in denen beraten wird, ergibt sich ebenfalls ein klares Bild: Das Geschäftsklima von Beratungen, die sich auf Chemie- und Pharmaunternehmen spezialisiert haben, liegt bei fast neutralen minus fünf Punkten, im Fahrzeugbau sind es dagegen minus 64 Punkte.

Fazit: Im Schnitt haben die befragten Beratungsunternehmen ihre Umsatzerwartungen um 18 Prozent nach unten korrigiert, 40 Prozent haben Kurzarbeit beantragt, 30 Prozent staatliche Förderung. Die Coronakrise hat somit weite Teile der Beratungsbranche erfasst.

Tristan Heming, Redakteur WirtschaftsWoche Online

https://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/geschaeftsklima-eingebrochen-bauchlandung-fuer-die-beratungsbranche/25756272.html

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Autobauer mit Finanzreserven, Zulieferer in Existenznot Autoindustrie vor Übernahmen und Notfusionen

10.04.2020

Die Coronavirus-Krise sorgt für heftige Einschläge in der Autoindustrie. Die großen Konzerne werden lange brauchen, um sich davon zu erholen, sagen die Berater von EY. In größerer Gefahr sehen sie aber vor allem die kleineren Zulieferer: Vielen droht das Aus, sie könnten die Lieferketten der Branche unterbrechen. Selbst wenn die Produktion bald wieder anläuft, könnten die Bänder mangels Teile bald wieder stillstehen.

Die Branchenexperten von Ernst & Young sorgen sich angesichts der Coronavirus-Krise vor allem um die kleineren Unternehmen in der Autoindustrie. Während die großen Konzerne auf ein großes Finanzpolster zurückgreifen und damit eine Produktionspause von einigen Wochen aushalten könnten, sei die Zulieferkette die Achillesferse der gesamten Industrie, schreiben die Berater in ihrer aktuellen Bilanzanalyse für die wichtigsten Autokonzerne.

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Das hochkomplexe System mit vielen Spielern insgesamt lebensfähig zu halten, sei nun die größte Herausforderung. “Wenn in einigen Wochen die Produktion hoffentlich wieder anläuft, wird sich erweisen, ob die Lieferketten gehalten haben”, sagte EY-Experte Peter Fuß. Im schlimmsten Fall stünden die Werke der Autobauer schon nach wenigen Tagen wieder still, weil wichtige Teile fehlen.

Branche steht vor Marktbereinigung

Constantin M. Gall, der bei EY den Bereich Automotive & Transportation leitet, sieht in der Coronavirus-Pandemie bereits einen “Katalysator für eine Marktbereinigung”. Sowohl bei Zulieferern als auch bei Händlern fürchtet er eine Welle an Insolvenzen. Es werde Übernahmen und aus der Not geborene Fusionen geben.

Insgesamt rechnet Gall in der Autoindustrie mit einem “nie dagewesenen Umsatz- und Gewinneinbruch”. “Die Autoindustrie wird tief in die roten Zahlen rutschen”, sagte er. Selbst wenn Produktion und Verkauf bald wieder anliefen, werde es lange dauern, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht sei. “Denn eine deutlich gestiegene Arbeitslosigkeit, Unternehmensinsolvenzen und Einkommensverluste werden die Nachfrage dämpfen”, sagte Gall. Es würden daher wohl staatliche Kaufanreize nötig.

Die Krise beschleunige nun einen Abwärtstrend, der schon vorher begonnen habe. Laut EY-Analyse arbeiteten die weltgrößten Autokonzerne im vergangenen Jahr so wenig profitabel wie seit mehr als zehn Jahren nicht.

Den Spitzenplatz in Sachen Profitabilität sicherte sich Toyota vor BMW und Volkswagen. Insgesamt verfügten die 17 größten Autokonzerne zum Jahresende laut Studie zusammen über 226 Milliarden Euro an liquiden Mitteln – knapp sechs Prozent mehr als im Jahr davor.

la/dpa

https://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/autoindustrie-uebernahmen-und-notfusionen-zulieferer-in-gefahr-a-1306214.html

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COVID-19 Briefing: Konjunkturszenarien für die Nach-Corona Zeit

Dr. Alexander Börsch, 26 Mar. 2020 3

Die weltweite Ausbreitung des Corona-Virus hat alle Konjunkturprognosen für 2020 innerhalb von wenigen Wochen obsolet gemacht. Anstelle von moderatem Wirtschaftswachstum Deutschlands und der Welt stehen nun alle Zeichen auf Rezession. Wie tief und lange diese sein wird, hängt vor allem davon ab, für welchen Zeitraum große Teile der Wirtschaft stillgelegt werden, um die Ausbreitung des Virus zu bekämpfen. Allerdings ist klar, dass sich die Weltwirtschaft aktuell bereits in einer tiefen Rezession befindet, der Rückgang des Wachstums im ersten Quartal dürfte hoch sein. Unternehmen müssen sich mindestens kurzfristig auf einen sehr starken Abschwung einstellen.

Die Effekte für das Gesamtjahr hängen davon ab, wie schnell sich die Wirtschaft stabilisieren wird. Die aktuellen Szenarien für Deutschland für das gesamte Jahr reichen dabei von einer kurzen, schweren Rezession bis zu einer langanhaltenden Krise. Obwohl die Effekte alle Branchen betreffen werden, sind die Effekte dennoch sehr verschieden, wie sich jetzt schon an den Aktienkursen ablesen lässt.

Die Dimensionen der Corona-Krise

Die wirtschaftlichen Verwerfungen durch COVID-19 sind in vielfacher Hinsicht noch nicht dagewesen. Erstens trifft die Pandemie die Zentren der Weltwirtschaft – also die G7-Länder plus China – zum mehr oder weniger selben Zeitpunkt. Dazu kommt, dass die weltwirtschaftliche Verflechtung sehr viel höher ist als bei früheren Pandemien wie der Schweinegrippe oder SARS.

Zweitens hat das Corona-Virus mehrere Arten schneller und massiver ökonomischer Schocks nach sich gezogen, nämlich einen Angebots-, einen Nachfrage-, und einen Unsicherheitsschock. Der Angebotsschock bezieht sich darauf, dass Arbeitnehmer nicht zur Arbeit kommen können und deswegen weniger produzieren; die Unterbrechung von Lieferketten durch fehlende Vorprodukte beispielsweise aus China und Italien hat denselben Effekt. Auf der Nachfrageseite wird in Zeiten von geschlossenen Restaurants, abgesagten Messen und Ausgangsbeschränkungen naturgemäß sehr viel weniger konsumiert, die Nachfrage aus dem Ausland sinkt ebenfalls, während Unternehmen sich mit Investitionen zurückhalten.

Der Unsicherheitsschock über die weitere Entwicklung der Pandemie zeigt sich an den Finanzmärkten. Die hohen Verluste an den Börsen – der Dax verlor 37 Prozent zwischen dem 19. Februar und dem 23. März – und die Volatilität der Finanzmärkte strahlt auch auf die Realwirtschaft aus. Die Risiken für eine Verschärfung der finanziellen Konditionen, für steigende Refinanzierungskosten und Liquiditätsengpässe nehmen damit zu.

Traditionelle Instrumente der Wirtschaftspolitik sind wegen der verschiedenen und ineinander verschränkten Dimensionen schwierig anzuwenden. Die Ankurbelung der Nachfrage funktioniert nicht, weil weite Teile der Wirtschaft heruntergefahren sind und so die Wirkung verpuffen würde. Gleichzeitig sind die wirtschaftspolitischen Instrumente für einen Angebotsschock begrenzt; unterbrochene Lieferketten und weniger Arbeitsstunden sind wirtschaftspolitisch nicht ungeschehen zu machen. Aus diesen Gründen zielen die Maßnahmen vor allem darauf ab, die Zeit des unmittelbaren Stillstands zu überbrücken und die Auswirkungen des Unsicherheitsschocks abzufedern, sei es über Einkommenstransfers, über Kreditgarantien oder über Schutzschirme. Dennoch wird die Ankurbelung der Wirtschaft in der Zeit nach der unmittelbaren Krise eine der wichtigsten wirtschaftspolitischen Aufgaben sein.

Die sektoralen Auswirkungen

Nicht alle Sektoren sind von den Auswirkungen der Corona-Krise gleichermaßen betroffen. Mit am gravierendsten sind die Folgen für die Luftfahrt sowie für die Tourismus- und Freizeitindustrie. Der EuroStoxx 600 Travel & Leisure Index hat sich im letzten Monat mehr als halbiert; die Sektorindizes für Öl und Gas sowie für die Automobilindustrie sind um 47 und 43 Prozent gefallen.¹ Unter den am stärksten gefallenen Aktien sind Kreuzfahrtanbieter, Fluglinien, Hotel- , Kino- und Fitnessketten ebenso wie Einzelhändler. Auf der anderen Seite haben vor allem Lebensmittelhändler, Online-Dienste und Telekommunikationsunternehmen gewonnen.² Das Institut für Weltwirtschaft geht davon aus, dass im Vergleich zu den stark in Mitleidenschaft gezogenen Branchen in Deutschland ungefähr die Hälfte der Branchen ökonomisch eher wenig betroffen sein wird, darunter der Immobiliensektor, die Informations- und Telekommunikationsindustrie sowie weite Teile des öffentlichen Sektors und natürlich der Gesundheitssektor.³

Allerdings kann die Sektor-Perspektive nur eine grobe Orientierung geben, weil sich die Subsektoren unterschiedlich entwickeln. Im Einzelhandel sind Modeketten durch Geschäftsschließungen stark betroffen, während Lebensmitteleinzelhändler und Supermarktketten die Grundversorgung der Bevölkerung gewährleisten. Im IT-Sektor ist die IT-Produktion sicherlich stärker betroffen als IT-Services und Software. Während Streamingdienste größere Nachfragezuwächse verzeichnen dürften, sind andere Segmente des Unterhaltungsbereichs dagegen vollständig geschlossen.

Die drei Konjunkturszenarien

Die ersten Konjunkturprognosen von Anfang März, die den Ausbruch von COVID-19 berücksichtigen und Szenarien zwischen Stagnation und milder Rezession entwickelten, sind drei Wochen später schon überholt. Es gibt aktuell keinen Zweifel mehr daran, dass die Weltwirtschaft und Deutschland auf eine schwere Rezession zusteuern. Die jüngsten Stimmungsindikatoren untermauern dies. Der vorläufige ifo-Geschäftsklimaindex zeigt den stärksten Rückgang seit 1991 und den niedrigsten Wert seit 2009.⁴ Das Institut für Weltwirtschaft geht davon aus, dass in der zweiten Märzhälfte das Wachstum in Deutschland im Vergleich zum Vormonat um 18 Prozent einbricht.⁵

Für die Weltwirtschaft erwarten die letzten Prognosen eine Kontraktion des Wachstums um zwei Prozent im ersten Quartal, im zweiten Quartal dann einen weiteren Rückgang von 0,4 Prozent; ursprünglich war ein positives Wachstum von ungefähr 2,5 Prozent für 2020 für das Gesamtjahr erwartet worden. Der Einbruch im ersten Quartal wäre nach 2009 der zweithöchste in den letzten 50 Jahren.⁶ Eine Rezession in der Weltwirtschaft beginnt schon bei Werten von weniger als 1,5 Prozent positivem Wachstum, da das Trendwachstum in den Schwellenländern höher ist. Der Abschwung ist unvermeidbar, die Frage ist, wie es danach weitergehen wird und wie schnell sich die Konjunktur erholen könnte. Obwohl noch nicht alle Konjunkturprognosen aktualisiert wurden, kristallisieren sich drei Szenarien sowie erste quantitative Einschätzungen ab, die aber mit hoher Unsicherheit behaftet sind.

· V-Szenario: Im V-Szenario symbolisiert der linke Teil des V den derzeitigen tiefen Abschwung, dem aber dann eine rasche Gegenbewegung folgt. In diesem Szenario kann das Corona-Virus relativ zeitnah eingedämmt werden, die Wirtschaft wird anschließend wieder hochgefahren und die massiven geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen unterstützen die Erholung im zweiten Halbjahr. In diesem Szenario kann die Expansion im zweiten Halbjahr die Verluste des ersten zumindest teilweise wieder auffangen. Die Prognosespanne für die deutsche Wirtschaft in diesem Szenario ist ziemlich weit; die Erwartungen reichen von einem Rückgang von -1,5 Prozent (ifo) bis zu einem Rückgang von -4,5 Prozent (Institut für Weltwirtschaft), während einige Prognosen einen Wert in der Mitte von ungefähr minus drei Prozent erwarten.⁷ Zum Vergleich: In der letzten „normalen“ Rezession vor der Finanzkrise 2002/2003 ging die Wirtschaftsleistung um 0,2 und 0,7 Prozent zurück.

· U-Szenario: Im U-Szenario dauert die Eindämmung des Corona-Virus länger, beziehungsweise setzt auch nicht sofort eine Gegenbewegung ein, sondern die Wirtschaft würde nach der unmittelbaren Talfahrt noch in der Stagnation verharren, bevor es wieder aufwärtsgeht. Für diesen Fall eines längeren Shutdown geht das Institut für Weltwirtschaft von einem sehr hohen BIP-Rückgang von -8,7 Prozent aus. Allerdings wäre dann die Gegenbewegung in 2021 mit fast 11 Prozent Wachstum auch sehr stark. Das ifo-Institut geht in diesem Fall von noch höheren BIP-Verlusten zwischen 7,2 und 20 Prozent für 2020 aus.⁸ Zum Vergleich: Im Krisenjahr 2009 stürzte das Bruttosozialprodukt um 5,7 Prozent ab.

· L-Szenario: In einem L-Szenario setzt nach dem Abschwung keine Gegenbewegung ein, sondern die wirtschaftliche Stagnation bleibt bestehen. Das könnte verschiedene Ursachen haben, z.B. Zweitrundeneffekte der Pandemie durch Finanzmarktkrisen oder eine Rückkehr des Virus in der zweiten Jahreshälfte. In diesem Fall wären die Wachstumsverluste dieselben wie in den anderen Szenarien, allerdings würde die Wirtschaft in der Rezession oder sogar in der Depression verharren.

Die Mehrheit der Konjunkturbeobachter geht von einem V-förmigen Verlauf aus. Der wichtigste Indikator für den weiteren Konjunkturverlauf ist die Zeit, die bis zur Eindämmung des Virus verstreicht. Wenn dies bis Ende April bzw. Anfang Mai gelingt, könnte eine V-förmige Entwicklung einsetzen und das zweite Halbjahr retten. Wenn es noch ein Quartal länger dauert, dürfte eine zumindest U-förmige Entwicklung unvermeidbar sein, während ein L-förmiger Verlauf zwar vorstellbar ist, für den aber Extremrisiken zusammenkommen müssten. Eine tiefe, aber temporäre Rezession bleibt in der derzeitigen Lage das positivste Szenario.

¹ https://www.stoxx.com/index-details?symbol=SXTP. Die Daten beziehen sich auf den Zeitraum zwischen dem 19.2 und 23.3.2020

² Bloomberg. These are the European Stocks most Impacted by the Coronavirus. 21. 3 2020, accessed 22.3.

³ Institut für Weltwirtschaft. Economic Outlook UPDATE: German GDP expected to slump between 4.5 and 9 percent in 2020. https://www.ifw-kiel.de/publications/media-information/2020/economic-outlook-update-german-gdp-expected-to-slump-between-45-and-9-percent-in-2020

⁴ Ifo Institut, ifo Geschäftsklimaindex bricht ein , 19.3.2020. https://www.ifo.de/sites/default/files/secure/ku-20200319/ku-vorlaeufig-2020-03-pm-geschaeftsklima-DT.pdf

⁵ Institut für Weltwirtschaft. Economic Outlook UPDATE: German GDP expected to slump between 4.5 and 9 percent in 2020.

⁶ Oxford Economics. World Economic Prospects March 2020 2nd Update, https://resources.oxfordeconomics.com/hubfs/WEP/WEPM%20March%202020%20Word-forecast%20update%202.pdf

⁷ Institut für Weltwirtschaft. Economic Outlook UPDATE: German GDP expected to slump between 4.5 and 9 percent in 2020; BayernLB Research. Perspektiven 5-Jahresprognosen Ausgabe 03/2020, 18.3.2020, https://www.bayernlb.de/internet/media/de/ir/downloads_1/bayernlb_research/multiasset_produkte/perspektiven-5Jahresprognosen_190731.pdf; Feri Prognose Update: Lage und Perspektiven der Weltwirtschaft, 19.3.2020

⁸ ifo Institut. Die volkswirtschaftlichen Kosten des Corona-Shutdown für Deutschland: Eine Szenarienrechnung ifo Schnelldienst Vorabdruck März 2020. https://www.ifo.de/DocDL/sd-2020-04-fuest-etal-volkswirtschaftliche-kosten-corona-2020-04-15.pdf

https://www2.deloitte.com/de/de/blog/covid-19-briefings/2020/covid-19-briefing-konjunkturszenarien.html

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COVID-19: Wie Sie als Fitnessstudio-Betreiber mit dem Coronavirus umgehen können

Das Virus SARS-CoV-2 hinterlässt seine Spuren auf der ganzen Welt. Auch in Deutschland gelten erhöhte Sicherheitsstandards, die Auswirkungen des Krankheitserregers sind überall spürbar. Veranstaltungen werden abgesagt, die FIBO wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, Desinfektionsmittel sind allerorten Mangelware. Was Sie als Studiobetreiber tun können, um Ihre Mitglieder zu schützen erfahren Sie hier.

Fitnessstudio: Schutz vor Coronavirus

Wissenswertes über COVID-19

Das Coronavirus SARS-CoV-2 ist kein neues Virus, es handelt sich um eine neuartige Mutation des Virus, welche die Krankheit COVID-19 auslöst. COVID-19 ist eine Erkrankung der Atemwege, die sich nur sehr schwer von einer gewöhnlichen Erkältung oder einer viralen Grippeerkrankung unterscheiden lässt. Symptome sind Fieber, trockener Husten und Muskelschmerzen, in einigen Fällen manifestiert sich die Krankheit auch in einem allgemeinen, schweren Krankheitsgefühl und Rückenschmerzen. In wenigen Fällen sind auch Symptome der oberen Atemwege möglich, dazu zählen Schnupfen und Halskratzen, manchmal wird eine COVID-19 Erkrankung auch von Durchfall begleitet.

Die Gefahr einer Verbreitung liegt mit einer Basisreproduktionszahl von 2,2 höher als bei einer normalen, durch Viren ausgelösten Grippe (Basisreproduktionszahl 1,2) aber deutlich niedriger als bei bakteriellen Erkältungen (Basisreproduktionszahl zwischen 12 und 17). Die Basisreproduktionszahl gibt vereinfacht gesagt an, wie viele Menschen durchschnittlich von einem Erkrankten angesteckt werden: SARS-CoV-2-Träger infizieren im Schnitt 2,2 weitere Menschen, während ein Mensch mit einer bakteriellen Erkältung 12 – 17 weitere Menschen ansteckt.

Bei Kontakt mit dem Coronavirus können nach einer Inkubationszeit von 2,5 – 12,5 Tagen Symptome auftreten, daher wird in Verdachtsfällen eine Quarantäne von 14 Tagen angesetzt.

Bei 81% aller Erkrankten nimmt COVID-19 einen milden Krankheitsverlauf, in 14% der Fälle ist der Verlauf schwer, in 5% der Fälle kritisch. In Deutschland sind momentan laut WHO 1296 bestätigte Fälle einer Corona-Infektion bekannt. Das bedeutet, 0,002 % der Deutschen sind durch die Infektion mit Corona betroffen. Im Vergleich dazu sind mit Stand vom 06. März 2020 bereits 119.280 bestätigte Fälle von Influenza in Deutschland gemeldet worden, das entspricht 0,15% der Bevölkerung.

Hygienemaßnahmen im Fitnessstudio

Im Prinzip sind die normalen Hygienevorschriften für Fitnessstudios bereits völlig ausreichend, um Ihre Mitglieder, Mitarbeiter und sich selbst vor einer Verbreitung des Coronavirus zu schützen. Kontrollieren Sie am besten noch einmal Ihren Hygieneplan und sorgen Sie dafür, dass der Hygieneplan auch eingehalten wird.

Laut Hygienevorschriften sind die Bereiche im Fitnessstudio in diesen Zeitabständen zu reinigen und zu desinfizieren:

  • Toiletten, Duschen, Barfußbereich → täglich
  • Flächen, die mit Händen in Berührung kommen → täglich
  • Trainingsgeräte → 1x pro Woche
  • Böden im Sport- und Eingangsbereich → 1x pro Woche
  • Fenster, Türen, Schränke → 1x im Monat

Durch die akute Situation können Sie den Hygieneplan anpassen und das Zeitintervall bei der Reinigung und Desinfektion etwas senken. Normalerweise arbeiten das Studio und die Mitglieder gerade bei der Hygiene der Trainingsgeräte Hand in Hand, die meisten Mitglieder nutzen sicher auch die angebotenen Desinfektionsmittel um die Geräte nach dem Workout zu reinigen – gehen Sie an dieser Stelle jedoch besser auf Nummer sicher und lassen Sie die Geräte 1 x täglich von Ihren Mitarbeitern desinfizieren.

Holen Sie Ihre Mitglieder ins Boot!

Am wirkungsvollsten lässt sich die Verbreitung des Coronavirus verhindern, indem jeder Mensch einige einfache Hygienemaßnahmen beachtet. Passende Infografiken stellt das Bundesministerium für Gesundheit zur Verfügung, die Infografik als pdf finden Sie hier.

Weiterführende Informationen über Hygiene und eine Fülle an verschiedenen Infografiken bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung über das Portal infektionsschutz.de an. Hängen Sie die Hygieneempfehlungen gut sichtbar in Ihrem Studio aus. Unterstützend können Sie weitere Infografiken wie “Richtig Hände waschen – Erwachsene” auf den Toiletten aushängen.

Übertreiben Sie nicht – Sie müssen nicht das komplette Studio mit Infotafeln überfrachten. Es handelt sich um einfache, gut umzusetzende Hygienemaßnahmen, die sowieso Standard sein sollten.

Zeigen Sie Ihren Mitgliedern, dass Sie die aktuelle Situation nicht auf die leichte Schulter nehmen und generell gut gewappnet sind, was die Hygiene in Ihrem Fitnessstudio betrifft. Um Ihren Mitglieder ein gutes, sicheres Gefühl beim Training zu geben, können Sie Ihre Maßnahmen transparent machen. Sie können beispielsweise den Hygieneplan im jeweiligen Bereich aushängen und vom ausführenden Mitarbeiter abzeichnen lassen. So können Ihre Mitglieder sehen, wie sauber Ihr Studio ist.

Fazit

Auch wenn das Coronavirus die mediale Berichterstattung fest im Griff hat sollten Sie nicht in Panik verfallen. Als Studiobetreiber sollten Sie Ihren Hygieneplanund die Umsetzung der Hygienevorschriften in Ihrem Studio prüfen und gegebenenfalls anpassen. Mit Hilfe von einer oder zwei Infografiken können Sie Ihre Mitglieder dazu anhalten, einige einfache Maßnahmen einzuhalten um die Verbreitung infektiöser Krankheiten zu erschweren.

Regelmäßiges Händewaschen schützt vor der Verbreitung des Corona-Virus! Jetzt Seife und Seifenspender beim Zentraleinkauf von fitnessmarkt.de finden!

Redaktion fitnessmarkt.de (DG)

Bildnachweis: #325332407 Prostock-studio / stock.adobe.com

Veröffentlicht am: 11. März 2020

https://www.fitnessmarkt.de/magazin/artikel/covid-19-wie-sie-als-fitnessstudio-betreiber-mit-dem-coronavirus-umgehen-koennen

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Nike: A case study for what omnichannel retail should look like

September 15, 2016
Alex Senn, Co-Founder at Distribution Hub

Nike does omnichannel right

You wouldn’t think the shopping experience at a fortune 500 company would make the day, but my recent encounter with Nike did just that! Recently, a buddy came down to visit. While here, we visited the Nike store on Newbury street in Boston. This was not a super special shopping trip, but he thought maybe he would grab some shoes and a pair or two of shorts. Nothing huge, but upon entry to the Nike store, I noticed the experience they were providing was really something different, and masterful in their approach to omnichannel retail. From the vibrant, bright entrance to the well-placed mannequins and great displays, the store was already setting customers up to feel happy enough to buy. But it did not stop there. This post will explore the omnichannel retail implementation at Nike from the perspective of a consumer, with my comments as a retail technologist so you too can apply these concepts/technologies, and strategies into your own omnichannel retail presence.

Design for omnichannel retail

In this Nike store, as I mentioned they truly are making the actual store design accessible and easy to navigate. They make great use of colors/textures/design to truly enhance the actual mood of the customer. If you look at Google for a second, who has come to be the epitome of fun/vibrant workplace design to get more out of their people, the same applies to retail stores. Filling their stores with colors, placing their most vibrant designs on mannequins and using natural textures delivers a powerful buying environment. The Nike store is a marvel of omnichannel retail design. It helps make the connection for consumers that this is not simply a retail store, but they are a brand with the right technology in their products to deliver great activewear, which is reflected in the quality of the store design itself. Since a picture is worth a thousand word, check out the designs below. This is obviously a large space, and does have a lot of room for design aesthetics, but the point is they make you feel good about the brand before you’ve even decided to buy something, making it easy to consider an actual purchase. In addition to the store, if you look at the Nike website, the very first thing is a whole page of all different color jerseys. This is to A) appeal to wider range of people B) to excite the consumer to purchase. You can actually accomplish this easier than you might think, by using modern, chic looks which can come from Pinterest, using household materials and wood structures.

The Nike website, filled with color.

Let channels help each other

One thing I noticed while I was shopping around the store that truly represents the strength of Nike’s omnichannel strategy is how often they reference their online site within their products and displays. It’s actually quite amazing how few retailers are willing to fully integrate their stores with their online presence. If the website is showing customers where the stores are, then the stores should be showing customers. This is how you get customers to feel comfortable with you as a brand provider, through all channels. It’s a way to cross-sell your channels as well. One great way Nike has done this is with their NikeID program. In this sense, they are showing shows in store, but they can only be bought online (similar in a way to Bonobos). This is great because it’s something unique to Nike, powered online, and introduces people to a new way to shop their stores if they have only been an offline customer. In this sense, Nike is actually encouraging showrooming, but has a powerful mechanism to convert those customers online. A great example of this which any retailer could do is to set up a subscription box. Provide an example in store, with a very easy place on the web to signup for it.

Getting product from everywhere

When you shop at Nike, or at Nike.com, you’ll notice (maybe you wouldn’t which is kind of the point) that you can shop anywhere and have the product show up anywhere you’d like. I’m referring to buying online, picking up in store or buying in store and receiving the product at home, or simply having it ordered and ready at another store. Whatever the case may be, the omnichannel retail system being utilized is ready to provide any product Nike carries, anywhere the consumer could possibly want it to be. This really is what consumers expect now. If you think about what this is from a technical perspective, it is simply one common database, with parameters to edit which locations the product is on hand, and which locations to ship the product too. It is not overly complicated, and yet many retailers are STILL missing this point. While Nike may have put a few million dollars into the entire customized system, you can have the same ability to operate across channels with Epic Commerce. This is not hard to implement, or have someone implement for you, and will give you the same functionality across any channel you prefer to operate through while letting you manage it all from the comfort of any device.

The staff operates as omnichannel closers

When in this store, you realize the people of Nike have really educated and made aware their employees of all options a consumer has while shopping. Nike staff members are sensible about when a customer should be approached, without being overly aggressive, but very attentive to the needs of customers when a customer requests help. This is very important as customers in this sort of buying environment are susceptible to multiple purchases (also must consider location as an advantage here). However, many people making purchases here are international, so buying in store and shipping to their home is a preferred option. Additionally, Nike get’s a lot of customers purchasing online to pick up at this store. Each staff member is aware of this, and thus likely to suggest the other options. One specific example is their use of NikeID. Because Nike has embraced a wide color pallet for the production of their shoes, they can allow customers individuality. Staff members make this known to many people who are not online shoppers of Nike.com or are unaware of the website functionality. For Nike, this is a great way to introduce people personally their omnichannel retail systems. They can sell them in store to make lifetime customers online.

Product displays summarize technology

This is critical to the success of each person buying. Again here it is all about technology but it is centered around product technology. Nike has some really innovative materials and fabrics which are used to showcase quality and durability for athletes. Consumers don’t recognize this unless they are shown clearly at purchase. Even online, where you can find all the details, it’s nothing compared to the in-person product review. Nike handles this very well with the displays to clearly map out what features the products have both in store and online (ie. Flywire, NikeID, Dri-Fit, Hyperfuse etc.). On top of this, the store staff help points this out in terms of how it will help you with whatever it is you will use the product for, or they will show you where it is located within the store.

Frictionless checkout

As my friend worked with one of the staff to find the pair of shoes he liked, helpful tips took him around the store to several styles similar in color/design that my friend wanted. This was smooth, and the salesperson was helpful in his approach. As soon as the “yeah these are good” came, the staff member was there on the spot to scan (with Nike’s app) the barcode, accept the credit card, and complete the purchase. He gave the option of an email receipt or physical receipt, and when asked for a physical receipt he simply sent it to a little printer machine (three of them throughout the store) to grab the receipt and bring back a bag. This both stunned and awed us at how seamless it was. In any Nike store, the staff is equipped with handheld point of sale (POS) systems to operate this from. From the same POS they can buy items and have them shipped home, or accept returns (though not all devices). This was a remarkable use of retail technology which went a long way to enhancing the retail experience in a large, heavily trafficked store. Going a step further, this frictionless checkout can become even more frictionless with Epic Commerce, using payments directly through a consumers app to scan, buy, pick up, and walk out without ever needing any assistance (still in beta, signup to receive updates).

What did Nike do wrong?

After the whole purchase, we walked outside, my friend even put on the shoes to walk around in, and he said: “you know if he hadn’t made me check out so quickly, and instead guided me around or offered to hold the shoes, I probably would have shopped more.” I got to thinking about it, and it did make sense. So valuable lesson here is to make sure the shopper is done shopping. This is a case where employees really need to be trained to suggest more products, as your commerce system should do for customers shopping online.

Increasing customer confidence

As we neared the end of our shopping experience, my friend mentioned how excited he was about the 30-day money back guarantee. This is, in fact, a great policy if you can pull it off. Many new brands utilize this method to sure up any customers on the purchase decision. In this case, Nike offered to let you wear the shoe for 30-days, and if you weren’t satisfied, you can return then and get Nike credit. While I’m guessing most will not do this, it automatically delivers a happy post-purchase experience for a customer and helps reassure during the purchase that you will be satisfied, even if it requires a new pair of shoes.

Nike’s omnichannel map

Omnichannel retail technology utilized

It really was a great display of technology to deliver a seamless shopping experience. Nike has most definitely customized and built-from-scratch a significant amount of their own technology. This is something they need to do, as they have a large distribution and complex supply chain. If we think about what they are actually using, it can be broken down into a few different pieces (aside from the stores, warehouses, and other physical items). When you look at it, the software behind everything is as such:

  • central warehouse/vendor management system
  • inventory system centrally connected with store and warehouse availability
  • website to handle orders/distribute proper order details for warehouse/store orders
  • personalized CRM for detecting past purchases
  • in-store mobile-based POS

This pretty much sums it up. Really, the system just needs to route the proper order details across all channels while keeping accurate inventory updated. This is something Nike has done a nice job of. This system, however, is already available for small to medium sized retailers. You can have a full omnichannel retail presence and not have to pay the dollars Nike has in order to make it happen. The key is to get it started sooner rather than later.

With that, we will conclude the Nike shopping experience. As you can see, it is a promising time for retailers who can combine the right use of technology with proper in-store implementation. While not every part of retail is perfect, this was an experience many customers can jive with. It offers a great layout for what omnichannel retail should represent now, and hopefully, it will only continue to expand in the future.

Nike: A case study for what omnichannel retail should look like

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Nike: A case study for what omnichannel retail should look like

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