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Videotelefonie Google bläst zur Attacke auf Zoom

So manche Tech-Firma blickt neidisch auf den plötzlichen Erfolg von Zoom. Doch noch ist Bewegung im Markt der Videokonferenz-Apps: Durch Anpassungen will Google nun seinen Dienst Google Meet voranbringen.

29.04.2020, 16.21 Uhr

Startseite von Google Meet: Eine Alternative zu Zoom

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Google

Ähnlich wie schon Facebook will jetzt auch Google den überraschenden Erfolg des Videokonferenz-Dienstes Zoom kontern. Der Internetkonzern macht dafür eines seiner bisherigen Angebote attraktiver und stellt seinen Premium-Dienst Google Meet fortan allen interessierten Nutzern kostenfrei zur Verfügung. Bislang zielte Google Meet vor allem auf Firmenkunden und Schulen. Für jeden nutzbar sein soll der Dienst nun ab Anfang Mai. Die einzige größere Zugangshürde: Man braucht zwingend einen Google-Account, um Meet gratis verwenden zu können.

Zoom war mit seinem ursprünglich für Unternehmen gedachten Videokonferenz-Service zum Überflieger der Coronakrise avanciert, nachdem die Firma Einschränkungen für Privatkunden aufgehoben hatte. Die Zahl täglicher Meeting-Teilnehmer stieg zuletzt auf 300 Millionen. Zoom wurde damit zur wohl am schnellsten wachsenden Kommunikationsplattform, obwohl die etablierten Internetunternehmen Videochat-Angebote mit einem Kundenstamm von theoretisch vielen hundert Millionen Nutzern haben. Google Meet kommt nach jüngsten Angaben auf 100 Millionen Nutzer täglich.

In der Gratis-Version von Google Meet ist eine Videokonferenz eigentlich auf 60 Minuten begrenzt – bis Ende September ist diese Einschränkung aber aufgehoben, wie Google am Mittwoch mitteilte. Bei Zoom sind in der Gratis-Version maximal 40 Minuten Konferenzdauer vorgesehen. Genauso wie bei Zoom können in Meet bis zu 100 Gratis-Nutzer an einem Videochat teilnehmen. Bei Facebooks vergangene Woche vorgestelltem Konkurrent-Angebot Messenger Rooms sollen es bald 50 sein – zunächst sind es rund 20.

Beitritt per Link möglich

Meet-Videochats beitreten kann man wie auch bei anderen Diensten unter anderem über Weblinks. Bei Zoom sorgte dieses Verfahren bei der breiten Nutzung außerhalb von Unternehmen für akute Probleme. Beim sogenannten Zoombombing störten immer wieder Fremde Videokonferenzen: Dritte konnten Zoom-Meetings aufrufen, wenn der Link öffentlich bekannt wurde oder sie die Konferenz-ID errieten. Zoom steuerte inzwischen unter anderem mit der Empfehlung gegen, Konferenzen mit einem Passwort zu schützen.

Google-Manager Serge Lachapelle sagt, Meet setze zum Vermeiden solcher Vorfälle zum einen auf komplexe IDs, die man nicht erraten könne. Zum anderen könne man unbekannten Teilnehmern den Zutritt zum Videochat verwehren. Auf Passwörter verzichte Meet deshalb zunächst. Meet läuft in Googles Webbrowser Chrome, ohne weitere Plug-Ins, was den Dienst ebenfalls sicherer machen soll.

Google will außerdem mit seiner Stärke bei maschinellem Lernen punkten: Algorithmen sollen das Bild bei schlechten Lichtverhältnissen aufbessern und störende Geräusche im Hintergrund herausfiltern. Den bisherigen Markennamen Hangouts für seine Videochat-Produkte gibt Google mit dem Ausbau von Meet auf, sagte Serge Lachapelle.

mbö/dpa

https://www.spiegel.de/netzwelt/apps/google-meet-google-blaest-zur-attacke-auf-zoom-a-6d41495b-e3d0-4b08-8829-7076edf5abf6

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